Pressemitteilung: Hohe Nachfrage führt zu temporären Rückstaus

Der Cargo Terminal Graz (CTG) entwickelt sich durch stark wachsende europäische Güterströme zu einem zentralen Knotenpunkt im kombinierten Verkehr. Mit der 2024 in Betrieb genommenen Erweiterung wird die Verlagerung von Gütern auf die Schiene weiter gestärkt. Die Nachfrage liegt inzwischen deutlich über den Prognosen und führt zeitweise zu Kapazitätsengpässen im Betrieb. Um darauf zu reagieren, werden Prozesse optimiert und langfristig zusätzliche Infrastrukturkapazitäten benötigt.

Am Cargo Terminal Graz bündeln die Cargo-Center-Graz Betriebsgesellschaft m.b.H. & Co KG (CCG), die Güterterminal Werndorf Projekt GmbH (GWP) und die Steiermärkischen Landesbahnen (StB) ihre jeweiligen Kompetenzen. Die CCG agiert als Logistikdienstleister und Mitbesitzer des Standortes, die GWP verantwortet als Infrastruktureigentümer die Weiterentwicklung und den Ausbau der Terminalanlagen, während die StB für den operativen Betrieb des Terminals zuständig ist. Gemeinsam arbeiten die Partner daran, den Standort als leistungsfähige Drehscheibe für den kombinierten Güterverkehr weiterzuentwickeln und den steigenden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Cargo Terminal Graz als Knotenpunkt wachsender europäischer Güterströme
Die Bedeutung der Adriahäfen und der südlichen Transportkorridore für die österreichische und europäische Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gleichzeitig haben globale Veränderungen in den Produktions- und Lieferketten sowie steigende Containerverkehre zu einem starken Wachstum im kombinierten Güterverkehr geführt. Diese Entwicklung macht sich auch am Cargo Terminal Graz bemerkbar.Bereits 2022 wurde daher die Erweiterung des Terminals auf Basis gemeinsam mit Kunden, Operateuren und Reedereien erhobener Bedarfsprognosen umgesetzt. Die erweiterte Anlage, Terminal B, wurde im Oktober 2024 in Betrieb genommen und ist gezielt auf die Abwicklung des kombinierten Verkehrs, also die Kombination von Schiene und Straße, ausgerichtet. Ziel war und ist es, möglichst viele Güter auf die Schiene zu verlagern und den Lkw-Verkehr auf die notwendige „First und Last Mile“ zu konzentrieren.

Nachfrage übertrifft alle Prognosen
Die aktuelle Marktentwicklung hat die damaligen Prognosen jedoch deutlich übertroffen. Das Transportvolumen erreicht bereits heute Mengen, die ursprünglich erst in mehreren Jahren erwartet wurden. Besonders seit dem letzten Quartal des Vorjahres ist die Nachfrage nach Containertransporten über die südlichen Häfen und die Schiene sprunghaft angestiegen.
Die Folge: Die technische und infrastrukturelle Kapazität des Terminals sowie der vor- und nachgelagerten Schieneninfrastruktur wird derzeit außergewöhnlich stark beansprucht. Trotz maximaler Auslastung der vorhandenen Umschlagseinrichtungen, Gleisanlagen und Betriebsprozesse können die steigenden Mengen nicht mehr vollständig über den Schienenverkehr abgewickelt werden.

Straßenanlieferungen führen zu Spitzenbelastungen
Ein Großteil der ankommenden Transportmengen hängt eng mit Schiffsankünften bzw. mit Umschlägen in den Seehäfen (z. B. Südhäfen) zusammen. Wenn Schiffe eintreffen, insbesondere bei nicht planmäßigen oder kurzfristig geänderten Ankünften, werden größere Warenmengen gleichzeitig verfügbar und müssen in kurzer Zeit weitertransportiert werden.
Diese Container werden dann häufig per Lkw zum Inlandterminal, etwa zum Cargo Terminal Graz, gebracht. Insbesondere an einzelnen Spitzentagen treffen kurzfristig sehr große Mengen an Containern gleichzeitig per Lkw ein. Aktuell entsprechen diese zusätzlichen gebündelten Straßenanlieferungen an ein bis zwei Tagen pro Woche dem Volumen von bis zu vier Ganzzügen pro Tag (Ein Ganzzug mit einer Länge von etwa 600 m umfasst dabei bis zu 48 40-Fuß-Container). Diese Mengen müssen innerhalb kurzer Zeit abgefertigt werden und führen temporär zu massiven Rückstaus im Zufahrtsbereich.
Der Cargo Terminal Graz ist jedoch als Terminal des kombinierten Verkehrs konzipiert und nicht für großvolumige Straße-Straße-Umschläge ausgelegt.
Um den laufenden Betrieb sowie die pünktliche Abfertigung der Züge sicherzustellen, ist es daher zeitweise notwendig, die Lkw-Annahme zu dosieren oder kurzfristig zu unterbrechen. Diese Maßnahmen dienen dazu, den Gesamtbetrieb aufrechtzuerhalten und die Leistungsfähigkeit des Terminals zu sichern.

Umfassende Maßnahmen zur Prozessoptimierung
Die Steiermärkischen Landesbahnen (StB) als Terminalbetreiber arbeiten bereits mit Hochdruck an einer Reihe kurzfristiger und mittelfristiger Verbesserungsmaßnahmen.

Dazu zählen insbesondere:

  • die weitere Digitalisierung der Anliefer- und Abholprozesse,
  • die Einführung eines digitalen Check-in-Systems für Lkw,
  • neue Kommunikations-Schnittstellen zu Operateuren, Reedereien und Speditionen,
  • eine verbesserte Planung von Containerbewegungen,
  • die Optimierung der Lager- und Umschlagsprozesse sowie
  • Maßnahmen zur besseren Verteilung von Anlieferungen über die gesamte Woche.

Ziel ist es, vorhandene Kapazitäten effizienter zu nutzen, unnötige Umlagerungen zu vermeiden und die Durchlaufzeiten für Kunden und Transporteure weiter zu reduzieren.

Die StB steht dabei bereits in engem Austausch mit Kunden, Operateuren, Reedereien und Speditionen. Dieser konstruktive Dialog mit allen Beteiligten trägt wesentlich dazu bei, die aktuelle Situation gemeinsam zu bewältigen und laufend zu verbessern.

Langfristige Infrastrukturentwicklung notwendig
Trotz aller Optimierungsmaßnahmen zeigt die aktuelle Entwicklung deutlich, dass die Nachfrage nach Schienenlogistik und kombinierten Verkehren auch in Zukunft weiter steigen wird. Aus Sicht des Terminalbetreibers ist daher eine nachhaltige Erweiterung der Infrastruktur langfristig unumgänglich.

„Unser Ziel ist es, den kombinierten Verkehr weiter zu stärken und möglichst viele Güter auf die Schiene zu verlagern. Die aktuelle Entwicklung bestätigt die hohe Bedeutung des Standorts und zeigt gleichzeitig, dass zusätzliche Infrastrukturkapazitäten künftig notwendig sein werden“, sagt Ronald Kiss, Direktor Steiermärkische Landesbahnen (StB).

Und Verkehrslandesrätin Claudia Holzer ergänzt: „Der Betrieb am Cargo Terminal Graz läuft weiterhin stabil. Die bestehenden Herausforderungen werden aktiv bearbeitet, um auch künftig eine verlässliche und leistungsfähige Logistikdrehscheibe für die Steiermark und Österreich sicherzustellen. Ziel bleibt es, die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen Transportlösungen auf der Schiene langfristig bewältigen zu können.“

Dabei geht es sowohl um zusätzliche Kapazitäten am Terminal selbst als auch um den weiteren Ausbau der übergeordneten Schieneninfrastruktur. Die Standortpartner Cargo-Center-Graz (CCG), Güterterminal Werndorf Projekt GmbH (GWP) und Steiermärkische Landesbahnen (StB) arbeiten dabei eng zusammen und treiben die Weiterentwicklung des Cargo Terminal Graz in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen aktiv voran. Für die Umsetzung langfristiger Erweiterungsmaßnahmen sind jedoch neben den Akteuren am Terminal auch übergeordnete Infrastrukturpartner, Behörden und öffentliche Entscheidungsträger gefordert. Nur durch ein abgestimmtes Zusammenwirken aller Beteiligten können die notwendigen Kapazitäten geschaffen werden, um der nachhaltig steigenden Nachfrage im Schienen- und Kombinierten Verkehr gerecht zu werden.

„Der Ausbau zur Erweiterung des Cargo Terminal Graz hinsichtlich Straßen-, Vorstau- und Umschlagsinfrastruktur ist voll im Gange“, bestätigen Reinhard Hinrichs und Heimo Kniechtl, Geschäftsführung Güterterminal Werndorf Projekt GmbH (GWP).

„Der Cargo Terminal Graz ist ein wesentlicher Knotenpunkt für den Güterverkehr. Wir unterstützen den Betreiber bei der Bewältigung der derzeit hohen Auslastung und setzen uns gleichzeitig für die Weiterentwicklung der Infrastruktur ein. Denn nur mit zusätzlichen Kapazitäten kann die steigende Nachfrage langfristig effizient abgewickelt werden“, so Robert Brugger, Cargo-Center-Graz Betriebsgesellschaft m.b.H. & Co KG (CCG).

 

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